Pressemitteilung: Erneuter Umweltskandal im Erbach: Grüne Saarpfalz verlangen konsequentes Handeln der Verantwortlichen

Ursachenforschung kommt nicht voran

Aktuelle Bilder des Homburger Erbachs vom 2. Juni 2026 zeigen erneut eine großflächige Schaumdecke auf dem Gewässer. Auf Nachfrage von Bündnis 90/Die Grünen Homburg teilte der Entsorgungsverband Saar (EVS) mit, dass die Ablaufwerte der Kläranlage Homburg weiterhin unter den gesetzlichen Grenzwerten lägen. Auch durchgeführte Leuchtbakterientests hätten keine Hinweise auf eine erhöhte Fischgiftigkeit ergeben. Gleichzeitig räumt der EVS jedoch ein, dass die Ursachen der Schaumbildung weiterhin ungeklärt seien. Bereits Anfang Mai seien die Stadt Homburg und das Landesamt für Umwelt eingebunden worden. Neue Erkenntnisse hätten die bisherigen Untersuchungen bislang nicht erbracht. Für die Grünen ist diese Situation nicht zufriedenstellend.

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Saarpfalz zeigt sich angesichts dieses wiederholten Vorfalls besorgt. Besonders kritisch sei, dass der Erbach in die Blies mündet und mögliche Belastungen somit unmittelbar weitergetragen werden könnten.

„Seit Jahren prangern wir Grüne die immer wiederkehrenden Schaumbildungen im Erbach an, passiert ist jedoch nichts. Derartige Schaummengen auf einem Gewässer dürfen nicht als normales Phänomen abgetan werden. Wir Grüne sind nicht länger bereit, die riesigen Schaummengen auf dem Erbach so hinzunehmen. Wenn die bisherigen Untersuchungen keine neuen Erkenntnisse liefern, müssen endlich andere Maßnahmen ergriffen werden“, erklärt Lisa Becker, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saarpfalz und Spitzenkandidatin für den Wahlkreis Neunkirchen bei der Landtagswahl 2027.

Behörden in der Verantwortung

Die Grünen sehen die zuständigen Behörden in der dringenden Verantwortung, endlich zu handeln. Das Landesamt für Umwelt- uns Arbeitsschutz (LUA), der EVS sowie der Eigenbetrieb Stadtentwässerung der Stadt Homburg sind in der Pflicht, die Ursachen systematisch einzugrenzen, mögliche Verursacher zu identifizieren und wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nach Auffassung der Grünen greift die bisherige Betrachtung zu kurz. Die Einhaltung einzelner Ablaufgrenzwerte ist zwar wichtig, aber nicht allein entscheidend.

„Neben der Einhaltung der Grenzwerte sind auch die Regelungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sowie die Vorgaben der Kommunalabwasserrichtlinie einzuhalten. Das Ziel eines ökologisch guten Gewässerzustandes muss viel stärker in den Fokus gerückt werden. Wer Gewässer schützen will, muss die Ursachen beseitigen. Der Verursacher muss in die Pflicht genommen werden“, betont Becker.

Mögliche Schadstoffeinträge und Auswirkungen auf die Tierwelt

Die Grünen verweisen zudem auf Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, wonach sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS) inzwischen in vielen Gewässern und sogar im Trinkwasser nachweisbar sind. Kläranlagen können diese Schadstoffe nur unvollständig zurückhalten.

„Wenn sich in einem Gewässer wiederholt derart auffällige Schaumbildungen zeigen und die Ursache weiterhin ungeklärt ist, müssen auch PFAS und andere schwer abbaubare Stoffgruppen in die Untersuchungen einbezogen werden. Wir brauchen Klarheit darüber, welche Stoffe tatsächlich im Erbach und in der Blies ankommen“, so Becker.

Sorge bereitet den Grünen darüber hinaus die mögliche Auswirkung auf die Tierwelt. Wiederkehrende Schaumbildungen können empfindliche Lebensräume beeinträchtigen. Betroffen sein können Fischlaich, Wasserinsekten und andere Gewässerorganismen. Auch die Entwicklung geschützter Arten wie des Fischotters muss aufmerksam beobachtet werden.

„Der Schaum verschwindet nicht einfach. Er wird über den Erbach weiter in die Blies transportiert. Deshalb geht es hier nicht um ein lokales Problem, sondern um den Schutz eines ökologisch wertvollen Gewässersystems. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass sich offensichtlich keine der zuständigen Behörden für diesen Aspekt interessiert. Der Fischotter wurde in diesem Jahr erst sieben Mal, im letzten Jahr 43-mal an der Blies gesichtet. Ein Indiz dafür, dass sich die Gewässerqualität bereits verschlechtert haben könnte“, so Becker.

Grüne fordern konkreten Maßnahmenkatalog

Die Grünen fordern daher einen verbindlichen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Gewässerqualität im Erbach und in der Blies. Dazu gehören:

  • eine systematische Untersuchung möglicher Einleiter,
  • eine verbesserte Eigenkontrolle im Kanalnetz,
  • regelmäßige Untersuchungen auf Tenside und PFAS sowie andere langlebige Stoffgruppen,
  • die Auswertung vorhandener Datenbestände,
  • sowie eine transparente Berichterstattung gegenüber Öffentlichkeit und Stadtrat Homburg.

„Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht Antworten. Nach den wiederholten Vorfällen darf es nicht bei der Feststellung bleiben, dass keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Jetzt müssen endlich Konsequenzen folgen.“, so Becker abschließend.

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Christine Funk
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Katrin Lauer

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